Zug zum Flug

Der Zug zum Flug ist bei Pauschalreisen meist mit dabei – aber Vorsicht bei der Planung welcher Zug genommen wird.

Sachverhalt:

Über ein TV- Reisebüro buchte ein Mann für sich und seinen Sohn am 20.05.2018 eine Pauschalreise von Düsseldorf nach Dubai vom 06.07 2018 bis zum 13.7 2018. Gesamtreisepreis 1.768 Euro. Der „Zug zum Flug“jeweils am Hin- und Rückflugtag zum/ vom Flughafen Düsseldorf war mit enthalten. Der Abflug sollte am 06.07.2018 um 21:15 Uhr erfolgen. Die Ankunft in Dubai war für den nächsten Tag um 5:40 Uhr vorgesehen.

Der Mann wählte für den Zug zum Flug am 06.07.2018 den ICE, Abfahrt 16:31 Uhr Hannover, Ankunft am Düsseldorfer Flughafen 18:58 Uhr. Damit wäre er rechtzeitig am Flughafen gewesen. Der Zug hatte aber Verspätung. Ankunft war erst um 20:40 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren am Flughafen die Schalter bereits geschlossen. Der Flug wurde verpasst.

Der Mann nahm gleich Kontakt mit dem Reisebüro auf, über das er die Reise gebucht hatte. Das Reisebüro  organisierte einen Ersatzflug und stellte hierfür 1.682,88 Euro in Rechnung. Die beiden übernachteten in einem Hotel am Düsseldorfer Flughafen wofür 139 EUR anfielen.

Vater und Sohn verlangen vom Reiseveranstalter den Ersatz der Aufwendungen für einen Ersatzflug mit vorhergehender Übernachtung und Minderung wegen eines verlorenen Urlaubstages in Höhe von insgesamt 2074,45 Euro ab.

Die Klage hatte keinen Erfolg.

Amtsgericht München Urteil v. 28.05.2019 Az. 114 C 23274/18:

Die Klage wird abgewiesen.

Das Gericht verwies dabei auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters.

Dort heißt es unter Ziffer 10 Abs. 5:

“Im Rahmen von Flugreisen haben sich Reisende mindestens zwei Stunden vor dem planmäßigen Abflug am Flughafen einzufinden. Soweit die Anreise des Reisenden zum Flughafen per Zug erfolgt (z.B. Rail and Fly), ist dieser gehalten, möglicherweise auftretende Verzögerungen bei der Zugbeförderung angemessen bei der Auswahl der Zugverbindung zu berücksichtigen.”

Eine mögliche Zugverspätung hätte danach einkalkuliert werden müssen bei der Auswahl der Abfahrts- / Ankunftszeit des Zuges.

Auch fehle es am notwendigen Abhilfeverlangen beim Reiseveranstalter selbst, so das Gericht:

„Nach § 651 c Abs. 2 BGB a.F. ist der Mangel zunächst jedoch gegenüber dem Reiseveranstalter anzuzeigen und ihm eine Frist zur Abhilfe einzuräumen. (…) Nach Vortrag der Kläger wandten sie sich unmittelbar nach Verpassen des Fluges an ihr Reisebüro und buchten über dieses einen Ersatzflug. (…) Eine Frist war auch nicht (…) entbehrlich, da ebenso der Reiseveranstalter einen Ersatzflug zur Verfügung stellen hätte können. Eine Verweigerung der Abhilfe lag zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht vor. Somit konnten die Kläger auch nicht im Rahmen der Ersatzvornahme auf Kosten der Beklagten (…) über ihr Reisebüro einen Ersatzflug buchen. Aufgrund des Fehlens eines ordnungsgemäßen Abhilfeverlangens konnte auch keine Minderung geltend gemacht werden“. (…)

Fazit

Bei der Zugauswahl ist darauf zu achten, dass die geplante Ankunftszeit des Zuges sich durch Verspätungen verschieben kann. Also lieber einen früheren Zug nehmen, um noch einen genügenden Zeitpuffer zu haben.

Ergibt sich trotzdem eine Verspätung und es wird ein Ersatzflug benötigt ist mit dem Reiseveranstalter Kontakt aufzunehmen, nicht mit dem Reisebüro.

Neu geregelt nun in §§ 651 i, 651 k BGB.

 

 

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