Mitwirkungspflichten des Flugreisenden

Reisende haben Mitwirkungspflichten bei der Durchführung der Reise. Verletzen sie diese Pflichten kann dies zum Verlust von Ansprüchen führen.

 

Sachverhalt

Die Kläger buchten bei der Beklagten eine Flugpauschalreise. Abflug von Frankfurt am Main am 21.01.18 um 10:35 Uhr. Sie begaben sich 20 min vor Abflugzeit mit ihren Boarding-Karten an das Gate. Dort wurde ihnen mitgeteilt, dass das Boarding bereits abgeschlossen sei.

Die Kläger mussten Ersatzflüge für jeweils ca. 990,- Euro buchen. Der Reiseveranstalter erstattete die Kosten für die Steuern und Gebühren der Flüge. Den Rest der aufgewendeten Kosten machten die Kläger mitsamt Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreude vor dem Amtsgericht Frankfurt geltend.

 

Amtsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 19.10.2018 – 32 C 1560/18 (88):

Die Kläger können unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt Ansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen, denn sie treffe ein Mitverschulden (§ 254 BGB) an der verweigerten Beförderung.

Bei der Durchführung einer Reise hat der Reisende grundsätzlich Mitwirkungspflichten. So bei Flugreisen die Pflicht, rechtzeitig am Flughafen zur Abfertigung und zum Boarding zu erscheinen. Die Kläger hätten deshalb ohne weiteres erkennen müssen, dass sie nicht erst einige Minuten vor dem planmäßigen Abflug am Gate sein durften. Dies auch ohne ausdrücklichen Hinweis. Zumindest hätten sie beim Check-In nachfragen müssen, welches Eintreffen am Gate noch rechtzeitig sei.

Auch der Umstand, dass nach Abschluss des Boarding die Flugzeugtür und die Fluggastbrücke möglicherweise noch offen gewesen seien, als die Kläger eintrafen, ändere daran nichts. Die Fluggesellschaften seien an feste Annahmeschlusszeiten gebunden, um die Wahrnehmung des ihnen vom Flughafen Frankfurt zugeteilten Start-Slots nicht zu gefährden.

Die Verletzung der Mitwirkungspflichten der Kläger hat zur Folge, dass Ansprüche in Gänze ausgeschlossen sind.

 

 

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