All-Inclusive-Reisen

All-Inclusive-Reisen sind beliebt. Der Umfang der All-Inclusive-Leistungen ist bei Buchung der Reise bekannt. Hält sich der Reisende an die Vorgaben dieses Umfanges muss er für Essen und Getränke etwa nichts zusätzlich bezahlen. Aber die Praxis vor Ort sieht da manchmal schon anders aus.

Der Sachverhalt

All-Inclusive-Urlaub auf Kuba. Es sollte ein Traumurlaub werden. Die Getränke im Hotel waren im All-Inclusive-Paket enthalten. Das Problem war aber, die Getränke überhaupt zu bekommen. Der Getränke-Service im Hotel lief nämlich nur dann annähernd flüssig, wenn das Personal mit Trinkgeld „motiviert“ wurde. Ohne Trinkgeld kamen die Getränke erst nach derart langer Zeit, dass damit kein Genuss mehr verbunden war. Die Reisenden begehrten dafür eine Minderung des Reisepreises.

Amtsgericht Köln, Urteil vom 29.06.2000 – 122 C 171/00:

Auch das Servieren von Getränken ist bei All-Inclusive-Reisen eine bereits mit dem Reisepreis bezahlte Leistung. Touristen, die trotzdem extra zahlen müssen, damit der Service funktioniert, können das als Reisemangel geltend machen.

Für die Angewohnheit des Personals, für bereits bezahlte Leistungen, wie das Servieren von Getränken, Trinkgeld zu begehren, ist eine Minderung des Reisepreises in Höhe von 5 % gerechtfertigt. Die Beklagte stellt nicht in Abrede, dass die Kläger  zwar nach Ablehnen von Trinkgeld in den Genuss der Getränke kamen, jedoch nach derart langer Zeit, dass hiermit kein Genuss mehr verbunden war. Die Bedienung des Hotels hat somit den Service zwar nicht vom Trinkgeld abhängig gemacht, aber in unzumutbarer Weise verschlechtert.

 

 

Schreibe einen Kommentar