Mach Dein Testament

„Mach Dein Testament“

Nun dieser Spruch könnte sicher aus einem Krimi oder Actionfilm stammen, kurz bevor etwas passiert.

So dramatisch ist dies hier nun nicht gemeint, aber er hat trotzdem wesentliche Bedeutung für Jeden.

Mit Gedanken an den Tod befasst sich niemand gern und viele verdrängen Gedanken daran. Aber wer weiß schon, wann es soweit ist.

Was soll nach meinem Tod mit meinen Sachen, Vermögen, Eigentum passieren, wer soll was bekommen oder wieviel? Wer soll vielleicht keinesfalls Erbe werden?

Manche sagen, ist mir doch egal, sollen die Erben darüber streiten wenn es soweit ist. Diese Auffassung ist sicher eine Möglichkeit, aber will man das wirklich?

Betrachten wir zuerst mal kurz die wesentlichen Regelungen der gesetzliche Erbfolge im Zeitpunkt des Erbfalles.

Gesetzliche Erben werden in verschiedene Ordnungen aufgeteilt:

  • Erben erster Ordnung § 1924 BGB: Die Kinder der verstorbenen Person. Die Kinder erben zu gleichen Teilen. Sind die Kinder oder eines der Kinder verstorben, treten deren Kinder an ihre Stelle, sind diese wiederum verstorben, dann wieder deren Kinder, etc. (Erbfolge nach Stämmen)
  • Erben zweiter Ordnung § 1925 BGB: Die Eltern der verstorbenen Person und deren Kinder. Leben beide Eltern noch, erben sie allein und zu gleichen Teilen. Ist ein Elternteil verstorben, treten dessen Kinder an seine Stelle.
  • Erben dritter Ordnung § 1926 BGB: Die Großeltern der verstorbenen Person und deren Kinder. Leben beide Großeltern noch, erben sie allein und zu gleichen Teilen. Ist ein Großelternteil verstorben, treten dessen Kinder an seine Stelle.
  • Erben vierter Ordnung § 1928 BGB: Die Urgroßeltern und deren Kinder.
  • Erben fernerer Ordnungen § 1929 BGB: Die entfernteren Voreltern der verstorbenen Person und deren Kinder.
  • Rangfolge der Ordnungen § 1930 BGB: Ein vorhandener Erbe einer vorhergehenden Ordnung schließt andere Personen aus. Sind also z.B. Kinder der verstorbenen Person vorhanden, somit Erben erster Ordnung, sind sie allein gesetzliche Erben, egal ob auch noch Erben zweiter, dritter oder vierter Ordnung vorhanden wären. Sind keine Kinder vorhanden, also keine Erben erster Ordnung, stehen die Erben zweiter Ordnung allen voran, egal ob noch Erben nachfolgender Ordnungen vorhanden wären. Und so weiter.
  • Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten §1931 BGB: Der überlebende Ehegatte ist neben Erben der ersten Ordnung zu ¼ und neben Erben der zweiten oder dritten Ordnung zu ½ gesetzlicher Erbe. Lebte das Ehepaar im gesetzlichen Güterstand ( Zugewinngemeinschaft) erhöht sich der Erteil um ¼ (§1371 BGB)

In vielen Fällen beginnt im Erbfall bei gesetzlicher Erbfolge das große Gerangel, wer was bekommt und wie viel. Nicht selten verschlingen dann Erbschaftsprozesse einen beträchtlichen Anteil des Erbes, Verwandtschaftsverhältnisse sind auf Dauer schwer belastet oder zerstört. Gerade bei Immobilien werden mehrere vorhandene Erben der gleichen Ordnung dann eine Erbengemeinschaft und Miteigentümer einer Immobilie. Häufig ist dann mindestens ein Miterbe dabei, den nur interessiert, was sein Anteil in Geld bedeutet, was meist zum Verkauf der Immobilie führt bzw. führen muss.

Auch kann es vorkommen, dass aufgrund persönlicher Zerwürfnisse plötzlich jemand Erbe wird, dem die verstorbene Person gar nichts zukommen lassen wollte.

Auch ist es keine Ausnahme, dass Kinder den überlebenden Elternteil zum Verkauf des Elternhauses zwingen, nur um an den Geldwert der Immobilie zu kommen.

Beim Geld hört die Freundschaft auf.

Dies gilt leider sehr oft auch für Verwandtschaftsverhältnisse, wenn es ums erben geht. Auch wer sich etwa mit seinen Geschwistern bisher gut versteht sollte nicht glauben, dass dies beim Erbfall automatisch genauso bleibt. Viele mussten hier schon bittere Überraschungen erleben.

Die Lösung: Testament

Wer sich zu Lebzeiten damit befasst, was nach dem Tod mit dem vorhandenen Hab und Gut passieren soll, wer was bekommt und wie viel, hat die Steuerung selbst in der Hand und vermeidet dadurch ganz nebenbei so manche Erbschaftsstreiterei und Zerschlagung von Erbschaftsvermögen.

Was im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten alles geregelt werden kann ist vielfältig, muss aber wohl überlegt und durchdacht sein auch unter steuerrechtlichen Gesichtspunkten.

Mit Fachkompetenz und langjähriger Berufserfahrung steht Ihnen meine Kanzlei bundesweit gern zur Seite, um Ihren Regelungswillen rechtssicher umzusetzen.

 

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