Auskunftsanspruch des Erben gegen Pflichtteilsberechtigten

von Rechtsanwalt Ammer

Ein Ehepaar hat sich durch Testament gegenseitig zum Alleinerben eingesetzt. Nach dem Tod der Frau ist der Mann zum Alleinerben geworden. Der Sohn des Ehepaares machte daraufhin seinen Pflichtteilsanspruch gegenüber dem Vater geltend. Es kommt zur gerichtlichen Auseinandersetzung, bei der der Vater geltend macht, dass sich der Sohn die zu Lebzeiten von der Mutter erhaltenen Zuwendungen auf seinen Pflichtteil anrechnen lassen müsse. Der Sohn gab dazu lediglich an, von der Mutter keine anrechnungspflichtigen Zuwendungen erhalten zu haben. Dies ist nicht ausreichend entschied das Oberlandesgericht Koblenz, Urteil vom 25.11.2015 (Az. 5 U 779/15). Dem Erben steht gegenüber dem pflichtteilsberechtigten Sohn ein Anspruch auf Auskunft hinsichtlich der von der Erblasserin erhaltenen Zuwendungen zu. Anzugeben sind alle wertbildenden Faktoren, der Zeitpunkt der Zuwendungen sowie etwaige Anordnungen des Erblassers. Zudem ist es nicht der subjektiven Einschätzung des Pflichtteilsberechtigten überlassen, welche Zuwendungen er als anrechnungspflichtig einschätzt.

 

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