Stellenausschreibung

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zu beachten

Ziel dieses Gesetzes ist es, Benachteiligungen wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern (§1 AGG)

Für Stellenausschreibungen gilt somit

  • grundsätzlich geschlechtsneutral formulieren
  • keine Altersgrenzen formulieren
  • körperliche Einschränkungen nicht thematisieren
  • keine Formulierungen, die auf die Herkunft des Bewerbers abzielen könnten
  • keine Formulierungen, die auf Religion und Weltanschauung des Bewerbers abzielen könnten

Entschädigungsanspruch

Fühlt sich ein Bewerber benachteiligt durch die Formulierung der Stellenausschreibung, kann dies Entschädigungsansprüche auslösen nach § 15 AGG.

Vorgesehen sind Entschädigungssummen von bis zu drei Monatsgehältern, selbst wenn sich der Bewerber dann im Auswahlprozess ohnehin nicht als Bester durchgesetzt und die ausgeschriebene Stelle erhalten hätte.

Beweiserleichterung

22 AGG erleichtert die Geltendmachung solcher Entschädigungsansprüche ganz erheblich: Der Geschädigte muss nur Indizien einer Diskriminierung wie z.B. eine unzulässige Stellenausschreibung beweisen. Der Arbeitgeber kann dann zwar darlegen, dass keine Diskriminierung vorlag – in der Praxis gelingt dies aber nur in den seltensten Fällen.

Liegen Indizien für eine Diskriminierung vor, sind AGG-Klagen in aller Regel erfolgreich.

Fazit:

  • Für Arbeitgeber : für eine Stellenausschreibung ist die Wortwahl ganz genau zu überlegen. Der Teufel kann hierbei im kleinsten Detail der Formulierung stecken.
  • Für abgelehnte Bewerber: es kann sich lohnen, einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz anwaltlich prüfen zu lassen, wenn eine Benachteiligung vermutet wird.

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